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Politik-Start mit 61 Jahren: Frank Ehrhardt kandidiert in Glattbach als Bürgermeister

Eigenständigkeit als Ziel

Artikel Main Echo, Montag 27.01.2020 von Nina-Anna Beckmann

"Die Zukunft auf dem Arm"

hat Frank Ehrhardt sein Selfie betitelt, das ihn mit seiner Enkeltochter vor seinem Haus in Glattbach zeigt.



"Sp­recht nicht übe­r­ein­an­der, sp­recht mit­ein­an­der", lau­tet ei­ne De­vi­se von Frank Ehr­hardt. Und der bleibt er auch im Wahl­kampf treu. Re­gel­mä­ß­ig un­ter­hält er sich mit Glatt­ba­chern, zum Bei­spiel, wenn er mit sei­ner Hün­din Ki­ra spa­zie­ren geht. So sam­me­le er Ide­en und be­kom­me ei­nen Ein­druck da­von, was die Men­schen be­we­ge, sagt der 61-Jäh­ri­ge, der für die Bür­ger Glatt­bachs als Bür­ger­meis­ter kan­di­diert. Sei­ne Kon­kur­ren­ten sind Kurt Bai­er (CSU/Par­tei­lo­se) und Cars­ten Schu­ma­cher (Glatt­bach!).

Seit 2015 lebt Ehrhardt, der kommunalpolitisch ein Newcomer ist, zusammen mit seiner Frau und der Familie seines Sohnes in einem Haus in Glattbach. Dass er nach dieser recht kurzen Zeit Bürgermeister werden will, findet er nicht problematisch. Er fühle sich in Glattbach sehr wohl und wolle das auch für seine Familie erhalten. »Ich wünsche mir für meine Familie, Kinder und Enkel eine Zukunft hier in einer attraktiven, lebenswerten und eigenständigen Gemeinde«, erklärt der gebürtige Dämmer, dessen Großmutter aus Glattbach stammt.


Und so sagte er spontan zu, als der Vorsitzende der Bürger Glattbachs, Ralf Schuck, ihn um seine Mitarbeit bat. Wenig später entschied er sich, auch als Bürgermeister zu kandidieren, denn eine andere Devise von ihm lautet: »Entweder ganz oder gar nicht.«


Für die Eigenständigkeit Glattbachs setzt er sich ein, weil er fürchtet, dass sonst vieles verloren ginge, das die Gemeinde ausmacht: angefangen mit der Bank-Filiale - »dann hätten wir hier nur noch einen SB-Automaten« - über das gesellschaftliche Leben - »Glattbach droht zu einer Schlafstadt zu werden« - bis hin zu fehlender Mitbestimmung. »Wir bekommen höchstens einen Sitz im Aschaffenburger Stadtrat.«


Um die Finanzen Glattbachs macht Ehrhardt sich keine Sorgen. Anders als die Befürworter einer Eingemeindung, sind Ehrhardt und sein Team der Überzeugung, dass Glattbach alle Pflichtaufgaben erfüllen kann - wenn auch mit Hilfe von Krediten.


Noch in diesem Jahr soll die Sanierung des Kanals beginnen, zumindest die Planung. Die Schule soll abgerissen und auf dem Sportplatz Am Weihersgrund neu gebaut werden. Dort könnte auch der Neubau des Feuerwehrhauses entstehen oder - das wäre eine weitere Variante - zwischen Weitzkaut und Staatsstraße.


Baugebiet mit 40 Plätzen

Auf dem frei werdenden Areal der Feuerwehr sehen Ehrhardt und die Bürger Glattbachs, die aktuell zwei Sitze im Gemeinderat haben, Parkplätze. Dort, wo jetzt noch die Schule steht, soll ein Baugebiet mit 40 Bauplätzen entstehen. Da alle im Gemeindebesitz sind, käme durch deren Verkauf Geld in die Kasse, »etwa vier Millionen Euro«, schätzt Ehrhardt. Zudem sollen die dortigen Häuser unter ökologischen Gesichtspunkten entstehen, damit Glattbach CO2-neutraler wird, sprich mit Flachdächern zur Begrünung und Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung.


Weitere Gelder wolle man durch Fördermittel generieren. »Wir werden einen Mitarbeiter im Rathaus haben, der sich schwerpunktmäßig um Fördermöglichkeiten kümmert.« Die Bürger mit Ergänzungsbeiträgen zur Kasse zu bitten, haben die Bürger Glattbachs in ihrer Berechnung nicht vorgesehen, so Ehrhardt.


Nur eine Amtsperiode geplant

Einen Beruf müsste der leidenschaftliche Faustballspieler nicht aufgeben, wenn er Bürgermeister würde. Seit 2018 ist der ehemalige leitende Angestellte eines deutschen Industrieunternehmens im Ruhestand. Allerdings plant er lediglich eine Amtsperiode, also sechs Jahre, als Bürgermeister. Danach solle ein Jüngerer ran, der bereits aufgebaut werde.


Wichtig ist Ehrhardt, der auch Feldgeschworener und Mitglied bei der Feuerwehr und dem Glattbacher Wanderverein ist, das Einbinden der Bevölkerung. »Alleingänge aus dem Rathaus wird es mit uns nicht geben.« Außerdem möchte er das bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde fördern und stärken und so auch »die Spaltung des Dorfes überwinden«.


Nina-Anna Beckmann

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